Chronik des MEF Bernburg

(Kurzfassung)

Eigentlich begann alles schon lange vor der Wende. Schon zu DDR-Zeiten gab es viele Modelleisenbahnfreunde, so auch in Bernburg. Im damaligen Deutschen Modelleisenbahn Verband der DDR (DMV) waren die verschiedenen Interessensgebiete in den Arbeitsgemeinschaften (AG) Grundlage einer durchaus gut organisierten Verbandsarbeit. In Bernburg war es die AG 7/34, später dann die AG 7/72 ; hier wurde der Modelleisenbahnbau betrieben, ohne aber überregional besonders bekannt zu werden.

Im Jahre 1990 kam es zu einem Neuanfang. Ausgelöst durch das Partnerschaftskomitee der Stadt Bernburg wurden erste Kontakte zu den Hobbyfreunden in Rheine bereits im Frühjahr 1990 geknüpft. In Bernburg gab es einige Modelleisenbahner, welche sich zusammenfanden und sich zum Ziel stellten, einen eigenen Verein zu gründen. Die eigentliche Gründungs-Versammlung fand am 10.August 1990 statt, bei der die Satzung des Vereins beschlossen wurde. Die offizielle Eintragung beim Kreisgericht Bernburg erfolgte am 26.09.1990. Dank der Unterstützung der Modelleisenbahnfreunde aus Rheine konnte der MEF Bernburg schnell seine Aktivitäten in allen seinen Interessensgebieten, welche er sich zum Ziel gesetzt hatte, entfalten.

So konnten zur ersten Modelleisenbahnausstellung im Dezember 1990 die ersten Module der neuen HO-Anlage gezeigt werden. Und dann ging es eigentlich in den Folgejahren immer stetig weiter. Bis zum heutigen Tag haben die Freunde des MEF an insgesamt 52 (!) Ausstellungen teilgenommen, davon die meisten selbst organisiert. Aus den ersten drei Modulen ist inzwischen eine Gemeinschaftsanlage mit mehr als 85 Modulen entstanden.

Die ständig größer werdende HO-Anlage machte es aber auch im Laufe der Jahre erforderlich, über das Machbare und Beherrschbare nachzudenken. Nach grundlegenden Überlegungen wurde beschlossen, die Anzahl der Module nicht unendlich werden zu lassen. Vielmehr wurden nun die bereits fertig gestellten Anlagenteile in ihrer Detailtreue vervollkommnet und die Landschaftsgestaltung verfeinert.

Aber auch die personelle Entwicklung stieß allmählich an ihre Grenzen. So wurde 1995 der Beschluß gefaßt, eine Jugendgruppe zu bilden. Ein Beschluß, welcher aus heutiger Sicht von sehr großer Bedeutung war. Es muß heute ganz deutlich gesagt werden, daß die Aktivitäten der letzten Jahre ohne die Jugendlichen nicht hätten bewältigt werden können. Der Stolz der Jugendlichen ist natürlich ihre eigene TT-Anlage. Auch dies ist eine Modulanlage und mittlerweile schon 7 Module groß.

Angefangen hat der Modellbau unsere HO-Modulanlage bei einzelnen Vereinsfreunden zu Hause. Erst 1992 konnten wir eigene Vereinsräume im damaligen Güterschuppen beziehen. Nun hatten wir zumindest die Möglichkeit, die fertig gestellten Module zu lagern und wir hatten eine Raum, wo wir unsere Zusammenkünfte durchführen konnten. Doch ein Großfeuer am 23.11.1995 in diesem Gebäude machte erst einmal alle weiteren Pläne zunichte. Durch die großzügige Unterstützung der Deutschen Bahn AG und speziell des BSW (Bahn-Sozial-Werk) konnten wir bereits im Frühjahr 1996 in der ehemaligen Reichsbahn-Kantine neue Räume beziehen.

Aber nicht nur der Modellbau gehört zu unseren Aktivitäten. Einige Vereinsmitglieder beschäftigen sich mit dem Automodellbau, andere verfolgen die große Eisenbahn mit dem Fotoapparat und zeigen dann an Vereinsabenden die Dias vom großen Vorbild. Auch Exkursionen zur Harzer Schmalspurbahn und zu anderen Modelleisenbahnausstellungen gehören mit zum Vereinsleben. Außerdem beschäftigen wir uns auch mit der Geschichte der Eisenbahn im Raum Bernburg und bereiten diesbezüglich eine Publikation vor.

R. Dill / A. Kreuz